Erreger
Das aktuell kursierende Neue Grippe (Schweinegrippe)-Virus gehört zu den Influenza A-Viren des Typs H1N1. Diese sogenannten behüllten, lipidhaltigen Viren können leicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Wie alle Influenza-Viren weisen auch die Schweinegrippe-Viren nur eine geringe Umwelt- bzw. Desinfektionsmittel-Resistenz auf.
Übertragung
Eine Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt auf die gleiche Weise wie die humane Influenza-Infektion (vorwiegend Tröpfchen-Infektion, zum Beispiel beim Husten oder Niesen). Eine Infektion kann aber auch durch Handkontakte zu Flächen und Gegenständen auf die Rachenschleimhaut erfolgen.
Krankheit
Die Neue Grippe (Schweinegrippe) weist ähnliche Symptome auf wie eine normale
Grippe, z.B. Fieber, Muskelschmerzen und trockenen Husten. Die Zeit
zwischen Ansteckung und Ausbruch beträgt meist nur wenige Stunden
bis zu drei Tagen.
Schutzmaßnahmen
Derzeitige Grippe-Impfstoffe schützen nicht vor einer Infektion mit Viren
der Neuen Grippe (Schweinegrippe). Folglich sind Maßnahmen zur
Händedesinfektion und Flächendesinfektion besonders wichtig. Als
Präventionsmaßnahme sind geeignete Handschuhe sowie vor allem
der Mund-Nasen-Schutz von besonderer Bedeutung. Eine Infektions-
übertragung kann auch über kontaminierte medizinische Instrumente
erfolgen. Insofern sollten eingesetzte Instrumentendesinfektionsmittel
auch wirksam gegen Influenza A-Viren sein.
Desinfektionsmittel
Viele bekannte Desinfektionsmittelwirkstoffe sind wirksam gegen Neue Grippe-Viren (Schweinegrippe-Viren).
So wird z.B. eine Wirksamkeit von Alkoholen wie Ethanol und Isopropanol in der Fachliteratur beschrieben. Ebenso werden Influenza A-Viren durch Quarternäre Ammoniumverbindungen wie Benzalkoniumchlorid sowie durch Aldehyde wie z. B. Formaldehyd oder Glutardialdehyd sicher inaktiviert.
Gemäß der Empfehlung des RKI sind Desinfektionsmittel mit dem Wirkungsspektrum "begrenzt viruzid" zur wirksamen Desinfektion von Influenza A-Viren (Schweinegrippe-Erregern) geeignet. Die begrenzte Viruzidie entspricht der Wirksamkeit gegenüber allen behüllten Viren, zu denen – wie oben beschrieben – auch das Influenza A-Virus zählt. Für den Nachweis der begrenzten Viruzidie wird eine Prüfung gegen BVDV und Vakzinia-Viren gefordert.
Unter der Berücksichtigung der RKI-Empfehlungen sind folgende Produkte als geeignet anzusehen:
RKI – Empfehlung
Verwendung von Produkten mit dem Wirkungsspektrum "begrenzt viruzid".
Wann?
"Händedesinfektion ist erforderlich nach direktem Patientenkontakt, Kontakt mit erregerhaltigem Material oder kontaminierten Objekten sowie nach Ablegen der Handschuhe vor Verlassen der Schleuse mit einem Desinfektionsmittel mit nachgewiesener Wirksamkeit für das Wirkungsspektrum "begrenzt viruzid"."
Geeignete Produkte
Aseptoman konz. 30 Sek.
Aseptoman pur konz. 30 Sek.
Aseptopur konz. 30 Sek.
Aseptopur viral konz. 30 Sek.
Freka-Sept 80 konz. 30 Sek.
(Die Produkte finden Sie auch auf unserer Preisliste)
Die Hygienische Händedesinfektion mit den genannten Produkten gewährleistet also eine sichere Inaktivierung der Erreger der Neuen Grippe (Schweinegrippe).
RKI – Empfehlung
Verwendung von Produkten mit dem Wirkungsspektrum "begrenzt viruzid".
Wann?
"Tägliche Wischdesinfektion der patientennahen (Handkontakt-) Flächen (z. B. Nachttisch, Nassbereich, Türgriffe) mit einem Desinfektionsmittel mit nachgewiesener Wirksamkeit für das Wirkungsspektrum "begrenzt viruzid". Bei Bedarf sind die Desinfektionsmaßnahmen auf weitere kontaminationsgefährdete Flächen auszudehnen."
Geeignete Produkte
Konzentrate:
Biguamed Perfekt N 1 % - 15 Min.
Desotop 3% - 15 Min., 7,5 % - 1 Min.
Desomed Perfekt 2 % - 60 Min.
Gebrauchsfertige Schnelldesinfektionsmittel:
Desomed Rapid AF konz. 30 Sek.
Desomed Rapid Pur konz. 30 Sek.
Desomed Rapid Universal konz. 1 Min.
(Die Produkte finden Sie auch auf unserer Preisliste)
Alle Produkte sind, mit den selben Konzentrationen und Einwirkzeiten, auch in Verbindung mit den Deso Wipes wirksam.
Die Flächendesinfektion mit den genannten Produkten gewährleistet bei Verwendung der jeweiligen Konzentrationen und Einwirkzeiten eine sichere Inaktivierung der Influenza A (H1N1)-Viren (Erreger der Schweinegrippe).
RKI – Empfehlung
"Alle Geräte / Medizinprodukte mit direktem Kontakt zum Patienten sind patientenbezogen zu verwenden bzw. müssen nach Gebrauch bzw. vor Anwendung bei einem anderen Patienten desinfiziert werden. Bei Transport in einem geschlossenen Behälter ist eine zentrale Aufbereitung möglich.
Thermische Verfahren sollten wann immer möglich bevorzugt angewendet werden. Ist dies nicht möglich, sollen für die Aufbereitung der Medizinprodukte wie üblich Desinfektionsmittel des Wirkungsbereiches AB gemäß der Definition der Liste der vom RKI anerkannten Desinfektionsmittel und Verfahren verwendet werden."
Geeignete Produkte
Manuelle Aufbereitung:
Desodelta S neu 2% - 60 Min.*
*viruzid wirksam gem. RKI-Empfehlung
Weitere Hinweise
Neben den Desinfektionsmaßnahmen sind unbedingt auch andere Hygiene-Präventionsmaßnahmen zu beachten. Auf Grund der Übertragungswege des Influenza A- Virus sollte insbesondere auf einen geeigneten Mund-Nasen-Schutz, Schutzkittel und Einweghandschuhe geachtet werden.
Hier verweisen wir auf die Stellungnahme des Robert-Koch-Instituts (RKI), sowie die Empfehlungen des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe für Arbeits- und Umweltschutz (ABAS, Beschluss 608 und 609).
Abschließend möchten wir darauf aufmerksam machen, dass wir uns mit unseren Informationen im Sinne einer besseren Übersichtlichkeit auf geeignete Desinfektions- und Hygienemaßnahmen konzentriert haben.
Weitere und fortlaufend aktualisierte Informationen zur Schweinegrippe finden Sie auf den Internetseiten des RKI unter www.rki.de.
Quellen:
www.rki.de
Empfehlungen des Robert Koch Institutes "Schweinegrippe (Influenza A/H1N1): Medizinisches Management bei Verdachtsfällen, Stand: 26.04.2009
www.baua.de
Veröffentlichung des Bundesamtes f. Arbeits-/ Umweltschutz (baua), Beschluss 608 und 609:
" Arbeitsschutz beim Auftreten von nicht impfpräventabler Influenza unter besonderer Berücksichtigung des Atemschutzes" und
"Empfehlung spezieller Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten vor Infektionen durch hochpathogene aviäre Influenzaviren (Klassische Geflügelpest, Vogelgrippe)"